Lux - Filmpreis gegen Sprachbarrieren im europäischen Film

Lux - Filmpreis

Sprachbarrieren zwischen den Mitgliedsstaaten der EU abzubauen ist das vorrangige Ziel des jährlich vergebenen Lux-Filmpreises. Damit stärkt Europa seinen Filmemachern seit 2007 auch auf parlamentarischer Ebene den Rücken. Der zum besten Kinofilm gekürte Streifen erhält eine Untertitelung in den 23 Amtssprachen und wird für seh- und hörbehinderte Menschen überarbeitet.

Vielfalt und Integration auch 2010 gefordert

Das europäische Parlament als multinationales Organ setzt sich besonders für die Vielfalt der in Europa zu findenden Kulturen ein. Aber auch die gemeinsame Identität und der Integrationsprozess stehen im Mittelpunkt des Lux-Filmpreises und sind wichtige Wettbewerbsbedingung. Außerdem muss die Kinopremiere von Juni des Vor- bis Mai des Auszeichnungsjahres stattgefunden haben. Bei der Verkündung der Finalisten arbeitet das Komitee um den Preis eng mit der „Venedig-Tage“-Sektion der Internationalen Filmfestspiele Venedig zusammen, auf deren Pressekonferenz die drei Favoriten bekannt gegeben werden. Darunter befindet sich in diesem Jahr auch die deutsche Produktion „Die Fremde“ von Feo Aladag. In der letzten Runde des Lux-Filmpreises 2010 stehen außerdem „Akadimia Platonos“ von Filippos Tsitos aus Griechenland und „Illégal“ vom belgischen Filmemacher Olivier Masset-Depasse. Die Finalisten-Filme werden derzeit im europäischen Parlament vorgeführt, wo die Abgeordneten anschließend ihren Favoriten wählen. Die Preisverleihung 2010 findet am 24. November im Straßburger Sitz des EU-Parlaments statt.

Grundwerte und Ideen der EU kritisch beleuchtet

2007 gewann die Produktion „Auf der anderen Seite“ vom deuschen Filmemacher Faith Akin. Der Spielfilm behandelt die üblichen Probleme in Eltern/Kind-Beziehungen, Migrationsthemen und politische Verfolgung in der Türkei. Der Tod wird darin zur Verbindung zwischen verschiedenen Menschen, die sich plötzlich mit anderen Augen sehen. „Le silence de Lorna“ konnte den Lux-Filmpreis im darauffolgenden Jahr nach Belgien holen. Die Regisseure Jean-Pierre und Luc Dardenne zeigen menschliche Beziehungen als Transitverkehr, bei dem es um die monetäre Verwertbarkeit von Gefühlen geht. Im vergangenen Jahr gewann „Welcome“ des Franzosen Philippe Lioret den Wettbewerb. Er thematisiert die Situation illegaler Einwanderer an der französischen Küste des Ärmelkanals, die zahlreich versuchen nach Großbritannien zu gelangen. Das europäische Parlament fordert vor allem eine kritische Beleuchtung europäischer Grundwerte und fördert mit dem Lux-Filmpreis die Stärkung des europäischen Kinofilms.

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