Europäisches Parlament und sein Filmpreis

Filmpreis

Das Europäische Parlament ist die direkt gewählte Vertretung der Bürger der Europäischen Union. Alle 5 Jahre dürfen die Bürger der Europäischen Union ihre Vertreter für dieses Parlament wählen, das seinen Sitz in Straßburg hat. Die Sitzordnung in diesem Parlament richtet sich nicht den vertretenen Ländern, sondern nach der Zugehörigkeit der Abgeordneten zu den Fraktionen. Beispielsweise sitzen alle sozialdemokratischen Abgeordneten unabhängig von ihrer Nationalität in einem Block beisammen.

Die Gesetzgebungsfunktion in der Europäischen Union war bislang zwischen dem Rat der Europäischen Union und dem Europäischen Parlament aufgeteilt. Seit dem Vertrag von Lissabon jedoch gilt auch in Europa das ordentliche Gesetzgebungsverfahren, wie wir es aus dem Bundestag an den Landtagen kennen. Dabei kann das Europäische Parlament in zwei Lesungen Änderungswünsche an den von der Kommission eingebrachten Gesetzesvorschlägen vortragen. Bleibt es bei der Uneinigkeit zwischen den beiden Institutionen findet eine dritte Lesung in einem Vermittlungsausschuss statt, bei der eine Einigung erzielt werden muss. Dieses Verfahren unterscheidet sich etwas vom Gesetzgebungsverfahren, das wir aus dem Bundestag und den Landtagen kennen. Hier bei uns haben die Parlamente ein Initiativrecht: Sie können also selbst vorschlagen, welche Fragen gesetzlich geregelt werden sollen. Ein solches Recht steht den Europaabgeordneten nicht zu.

Seit 2007 vergibt das Europäische Parlament alljährlich einen Filmpreis mit dem Namen Lux.

Sinn und Zweck dieses Filmpreises ist, die Diskussion und das Nachdenken über die künstlerische Auseinandersetzung mit der europäischen Einigung anzuregen. Aber auch die künstlerische Auseinandersetzung mit der europäischen Einigung selbst soll mit dieser Preisverleihung angestoßen werden. Ausgezeichnet werden sollen insbesondere diejenigen Filme, die sich mit dem Thema Integration - also dem angestrebten allmählichen Zusammenwachsen der Völker - und den vielen unterschiedlichen Sprachen in Europa befassen.

Auf Kosten des Parlaments werden 22 Kopien des preisgekrönten Films hergestellt. Jede Kopie verfügt über Untertitel in einer der 22 Amtssprachen, damit der Film in allen Ländern der Union gezeigt werden kann. Man möchte mit dieser Maßnahme der Zersplitterung der europäischen Filmindustrie entgegenwirken.

Am 28. Juni 2010 wurde die Vorauswahl für die diesjährige Preisverleihung getroffen. Aus Deutschland wurde der Film "Die Fremde" von Feo Aladag als möglicher Preisträger nominiert.

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